Kann Generation Z auch Krise? … ist die falsche Frage!

von Sebastian Bluhm

In der Coronazeit kommt regelmäßig die Frage in Diskussionen und Medien auf, ob die Generation Z überhaupt krisenfähig ist. In diesem Zusammenhang wird oft auf den derzeit sich wandelnden Arbeitsmarkt abgestellt, in dem Firmen Einstellungen stoppen und Verträge kündigen. Natürlich suggeriert eine solche Frage bereits eine schnelle Antwort, dass die “Alten” in der Krise die Lösung wären.

Wir stellen in diesem Zusammenhang meiner Meinung nach die falsche Frage und denken zu kurz. Eigentlich sollte es heißen: „Können wir alle überhaupt noch Krise?“.

Was ist die Generation Z?

Es gibt keine allgemeingültige Definition der Jahresspanne dieser Generation, wenn wir junge Menschen mit einem Geburtsjahr zwischen 2000 und 2019 nehmen, liegen wir auf jeden Fall nicht falsch.

Diese Generation zeichnet sich als erste komplette Digitalgeneration aus, die bereits im Kindesalter mit dem Internet, Smartphones und Onlinediensten in Berührung kam. Von daher ist auch kein Umlernen notwendig gewesen, wie bei den älteren Generationen (und mir selbst). Digitale Medien sind in der Generation Z der gewohnte Standard, der Umgang damit eine Selbstverständlichkeit. Angst vor diesen neuen Technologien gibt es nicht, da diese das ganze Leben schon bekannt sind.

Diese Generation hat ein hohes Bedürfnis nach einer sinnhaften Gestaltung des eigenen Lebens, materielle Reize und Status sind keine langfristigen und motivierenden Ziele der Gen-Z.

Stimmt: Generation Z kennt nur die guten Jahre

Wenn man den Blick nur auf den Arbeitsmarkt richtet, hat die Generation Z natürlich noch keine wirkliche Krise der Wirtschaft miterlebt. Bei der letzten größeren Krise (2008 Finanzkrise) war die Generation Z noch im Jugendalter. Bedingt durch die vielen guten Jahre wuchs diese Generation großteils in einem hohen Wohlstand auf. Ihre Eltern ermöglichten viele Dinge und räumten Probleme aus dem Weg (ob mit oder ohne “Helikopter”), Waren kamen auf Klick per Amazon und die Pizza durch den Lieferdienst. Soziale Netzwerke waren 24/7 zugänglich und zogen viele in Ihren Bann. Natürlich führen diese Dinge auch zu einer automatischen Wohlstands- bzw. Konsumroutine. Mit dem Blick auf den Arbeitsmarkt gab es zudem eine angenehme Situation, dass junge Menschen sich den Arbeitgeber aussuchen konnten. Auf dem Arbeitsmarkt herrscht Fachkräftemangel und Unternehmen müssen sich um qualifizierte Mitarbeiter bewerben.

Wandlung ist notwendig wie die Erneuerung der Blätter im Frühling.

Vincent van Gogh


Wir alle haben Wandel verschlafen

Deutschland gehörte in den letzten 12 Jahren zu den großen Gewinnern der Weltwirtschaft. Der Exportmotor lief auf Hochtouren, die Überschüsse wuchsen – zum Leidwesen anderer Nationen – stetig an. Auch die Binnenkonjunktur entwickelte sich positiv und robust. Diese Tendenzen, gepaart mit der sinkenden Geburtenrate, führte zu einem erheblichen Fachkräftemangel in nahezu allen Bereichen. Man könnte sagen ein Luxusproblem, um welches uns die Welt beneidete.

Mit diesen gewohnten Erfolgen setzte eine gewisse Trägheit ein, eine ganze Nation wurde sprichwörtlich „satt“. Wir alle schalteten in einen Verwaltungsmodus und optimierten bestenfalls die bekannten Prozesse. Der digitale Wandel kam damit zu zaghaft, die Evolution in der Automobilindustrie verlagerte sich zu Tesla in die USA. Gleiches zeigte sich entsprechend in der Politik, es gab kaum noch Änderungen für die Zukunft, man wollte eben den eigenen Kunden (Wählern) nicht negativ auffallen.

Vielleicht war die Entwicklung der Deutschen Fußballnationalmannschaft eine Prophezeiung, die 2014 Weltmeister geworden war und mit dem Ziel Titelverteidigung kläglich in der Vorrunde gescheitert war.

Manche Menschen mögen keine Veränderungen, aber du musst sie akzeptieren, wenn die Alternative eine Katastrophe ist.

Elon Musk


Hoffnungsträger Generation Z

Jetzt ist es Zeit für einen schnellen und flexiblen Wandel in allen Bereichen von Wirtschaft und Gesellschaft. Und genau hier denke ich, dass die Generation Z der Schlüssel für den Erfolg von Deutschland sein wird. Es sind junge und hochmotivierte Menschen, die nach einer besseren Welt und Sinnhaftigkeit der Arbeit schon immer suchen.

Die Generation Z verfügt über (mindestens) eine große Schlüsseleigenschaft für einen positiven Wandel: Anpassungsfähigkeit! Durch ein Aufwachsen in einer technologischen Welt mit immer schnelleren Entwicklungszyklen ist der eigene Wandel und die Adaption neuer Methoden entscheidend für die eigene Entwicklung.

Und genau diese Anpassungsfähigkeit könnte ein entscheidender Vorteil werden. Durch die Krise entwickelt sich eine große Notwendigkeit zur Veränderung, vor der sich keine Generation der Gesellschaft verstecken kann. Von daher sollte man Vertrauen schenken, neue Dinge ausprobieren, das deutsche Sicherheitsdenken etwas abstreifen und eine Ausprobier- und Fehlerkultur in Deutschland salonfähig machen.

Die Generation Z kann der Treiber und Motor des Wandels werden und unser Land in ein neues Zeitalter führen. Mich macht dies sehr zuversichtlich.



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